Punktlastversuch


Im Punktlastversuch wird ein Indexwert ermittelt, der es ermöglicht, Gesteine anhand ihrer Festigkeit zu beschreiben und zu klassifizieren. Dazu wird ein zylinderförmiger, quaderförmiger oder ein unregelmäßig geformter Probekörper (sog. ‚Handstück‘) zwischen zwei Lasteinleitungsspitzen bis zum Bruch belastet. Der Versuch eignet sich für feste und spröde Gesteine mit einer einaxialen Druckfestigkeit über 25 MPa. Ein festgelegtes Verfahren für Punktlastversuche wird in der Empfehlung Nr. 5 des AK 3.3 der DGGT beschrieben.


Anwendungspotentiale

Der Versuch dient zur Abschätzung der Festigkeit von Festgesteinen anhand von Bruchstücken, wenn kein durchgehender Kern gewonnen werden kann. Ein Einzelversuch ergibt die Punktlaststeifigkeit iS. Aus einer Folge von mindestens 10 Einzelversuchen wird die Punktlaststeifigkeit IS als Mittelwert ermittelt. Die einachsige Druckfestigkeit σu* kann über einen Umrechnungsfaktor abgeleitet werden.

Anforderungen an den Probekörper

Die Größe der Proben wird durch den Raum zwischen den beiden Lastplatten begrenzt. Es können Probekörper zwischen 25 mm und 100 mm mit einer Breite von bis zu 100 mm geprüft werden. Sie können eine regelmäßige Form haben (Quader aus geschnittenen Blöcken, Zylinder aus Bohrkernen) oder eine unregelmäßige Form. 

Technische Ausstattung

Punktlastgerät, geeignet für Labor- und Feldversuche.

Weiterführende Informationen

  • International Society of Rock Mechanics (1985): Suggested Method for Determining Point Load Strength. Commission on Testing Methods. Working Group on Revision of the Point Load Test Method
  • Prinz, Helmut; Strauß, Roland (2018): Ingenieurgeologie. Kapitel 2.7.10.2
  • DGGT (2010): Arbeitskreis 3.3 "Versuchstechnik Fels“ Nr. 5: Punktlastversuche an Gesteinsproben (Neufassung der Empfehlung, Sonderdruck Bautechnik, Aufl. 87/2010, Heft 6)